Mitgeschöpflichkeit

Hier zum Download der gesamten Broschüre:
Weiter unten geht es zum Download einzelner Artikel.
Die Tiere spielen in der Theologie eine besondere Rolle. Albert Schweitzer hat dazu geschrieben:
"Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht hereinkomme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen."
Die evangelische Kirche hat sich zum Thema "Tiere in der Ethik" zu vielen Anlässen geäußert. Eine Aufsehen erregende Veröffentlichung kam vor einigen Jahren von der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche (NEK): "Für ein Ethos der Mitgeschöpflichkeit" zum Welttierschutztag 1998.
Die sehr kontroverse Reaktion hat zu einer kircheninternen Konsultation geführt. Dabei entstand 2005 die Stellungnahme der Kirchenleitung
"Zum verantwortlichen Umgang mit Tieren - Auf dem Weg zu einem Ethos der Mitgeschöpflichkeit".
Vorwort der KirchenleitungDie Kirchenleitung der NEK sieht die Kirchen in der Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung. Dazu gehört auch, für angemessene und tiergerechte Lebensbedingungen der Tiere als Mitgeschöpfe der Menschen einzutreten.
Landwirtschaftliche_EinordnungDie derzeitige Lage der Landwirtschaft mit ihren besonderen Krisen der letzten Jahre (z.B. BSE3, MKS4 und Futtermittelskandale) verweist auf grundsätzliche Probleme.
Grundsätzliches zum Mensch-Tier-VerhältnisSeit Jahrtausenden leben Menschen mit Tieren. Sie haben sie zum Leben und für die Arbeit gebraucht, haben sie genutzt und gezüchtet. Lange Zeit waren Tiere und Menschen füreinander eine wechselseitige Bedrohung.
Theologische GrundlegungGrundlegend für die christliche Weltauffassung ist die Betrachtung aller Lebewesen als Geschöpfe Gottes. Mensch und Tier sind auf Gott als den Ursprung und die Quelle allen Lebens bezogen.
Tiergerechtigkeit und TierhaltungDie Gesetzeslage ist klar und deutlich. Nach dem Tierschutzgesetz ist das Tier als Mitgeschöpf zu betrachten.........
In der naturwissenschaftlichen Diskussion hat sich der Begriff „Tiergerechtheit“
durchgesetzt.......
RinderGeraten unsere Kühe nicht in die Gefahr, zu reinen „Milchrobotern“ zu werden? Wie lange verkraftet ihr Organismus noch die ungeheuere Produktionsmenge von Flüssigkeit und Inhaltsstoffen, die über ihren eigentlichen Zweck, den eigenen Nachwuchs zu ernähren, weit hinaus geht?
SchweineDie Schweinehalter stehen und standen in den letzten Jahren unter hohem wirtschaftlichen Druck. Trotzdem hat es in der Tierhaltung Fortschritte gegeben.
HühnerSie brauchen einen ihrer Art gemäßen offenen Auslauf, wo sie scharren und kratzen können, wie es der natürlichen Suche nach Nahrung entspricht. Sie brauchen Platz, wo sie im Sand baden können.
TiertransporteFür Tiere, die nicht daran gewöhnt sind, ist der Transport oft eine erhebliche Belastung. Die plötzliche Veränderung der gewohnten Umgebung sowie mannigfaltige Reize während des Transports wirken in hohem Grade stressauslösend.
SchlachtungDas Töten von Tieren gehört zu unserer gesellschaftlichen Normalität: Nahrungsbeschaffung, Wissenschaft und Forschung, Pelzgewinnung, Seuchenbekämpfung, Marktregulierung, Schädlingsbekämpfung, Bestandsregulierung.
JagdBeim Thema „Jagd“ prallen nicht nur Wahrnehmungen und Meinungen, sondern auch Emotionen aufeinander.
FischeFische sind ein gutes Beispiel dafür, wie sehr wir als Menschen in unserem tierschützenden Engagement durch Mitfühlen und Vermenschlichen geprägt sind.
Vegetarisch lebenIn der Debatte um einen möglichst weitgehenden Schutz der Tiere vor dem Hintergrund der menschlichen Nutzungsinteressen spielt zunehmend auch die Argumentation für den vegetarischen Lebensstil eine Rolle.
Stellungnahmen:
AG bäuerliche Landwirschaft e.V.Herr Bernd Voss
(Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, Stellvertretender
Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft)
Aktion Kirche und Tiere e.V.Wir waren erfreut, auch ein wenig stolz auf unsere Nordelbische Kirche, als die
Kirchenleitung 1998 das dann vielbeachtete Wort „Für ein Ethos der Mitgeschöpflichkeit“ beschlossen und veröffentlicht hatte.
Bauernverband Schleswig-Holstein e.V.„… Insgesamt ist aus unserer Sicht positiv zu vermerken die erheblich objektivere Grundhaltung dieses Thesenpapiers im Vergleich zum ‚Ethos der Mitgeschöpflichkeit‘.
Tierschutzbündnis Schleswig-HolsteinStatt der Gliederung z.T. nach Tierarten wäre eine durchgehend tierartübergreifende
Gliederung nach Lebensgebieten wie Vögel, Land- und Wassertiere bzw. nach Haltungsformen wie Intensiv- oder Extensivhaltung, Stall- oder Weidehaltung für das Gesamtthema ergiebiger.